Malaysia

 

Georgetown (Pulau Pinang, West Malaysia)

- meine neue Heimat

 

Hier ein paar Impressionen aus der neuen Heimat ...

Fast zwei Monate sind es her als ich Europa, noch in einer dicken Jacke, verlassen habe. Die Jacke habe ich nie wieder angezogen. Ein 12 Stunden Flug nach Singapur kurz umsteigen und wieder in die Luft. Fast wie Zugfahren von Emden nach München - nur eben ein wenig höher. Dann landet man auf einer Insel im Andamanensee, zwischen dem malaiischen Festland und Sumatra. Ca. 45 Flugminuten nordöstlich von Singapur (1h südlich von Bangkok ) liegt an der Ostküste der Malaiischen Halbinsel Penang. Nur über eine 13,5 km lange, völlig überlastete Brücke mit dem Festland verbunden.

Die Temperatur von über 35C und die hohe Luftfeuchtigkeit, die einige Stunden am Tag 100% übersteigen kann (zumindest in der Regenzeit, die Mal kommt Mal nicht) sind für einen Mitteleuropäier ungewohnt. Die Herausforderung besteht darin von der Hotellobby direkt in eine gekühlten Wagen zu springen und vom Wagen direkt in den Firmeneingang zu erwischen. Doch die Außentemperatur bleibt nur eine Vermutung - man geht hier kaum raus! Das Leben dreht sich im wesentlichen um die Prismen (das ist ja schließlich mein Job hier) und im und ums Hotel - zumindest unter der Wochen. Das Hotel ist mitten in der Stadt - direkt an einer Shopping Mall, umgeben von unzähligen Restaurants, Hawkers (Straßenküchen), noch mehr Geschäften und noch mehr Essen. Man sagt, daß die Hälfe der Malaien für die andere Hälfte kocht. Und dann gibt's die Wochenenden ... Es ein Traum hier die Zeit zu verbringen besonders mit der Gewissheit, daß man viel soviel Sonne und ... noch ein Gehalt bekommt.

Es gibt hier wunderschöne Berge - auch wenn sie zum skifahren ungeeignet sind - Strände, Jungel, und Städte. Alles nicht weiter als 60 Flugminuten. Und dann gibt's noch Westmalaysia (2h Flug), besser als Borneo bekannt, mit einer einzigartigen Mischung aus Flora und Fauna. Die Inseln der Ostküste sind ein Traum, die "Barcadi-webung" scheint nur ein billiger Abklatsch dieser Welt zu sein, nur Barcadi gibt es hier nicht und die Hulla-hula Mädchen tragen Kopftücher. Und das leben spielt sich nicht nur über Wasser ab. Die marine Welt ist wie ein Riesenaquarim, und man als Taucher oder Schnorchler mittendrin. Unglaubliche Fischvielfalt, unglaubliche Korallen und alles gut warm und live vor die Augen serviert bei 32C Wassertemperatur. Ein Gebirgsmassiv trennt die Halbinsel in zwei verschiedene Welten. Im Westen des Landes, wo viele Chinesen wohnen ist die Welt noch ein wenig lustiger (Pubs, Kasinos)... Im Osten des Landes bleiben die Moscheen als einzige Ausgehmöglichkeit. Das Land war bis zu den späten 50er unter britischer Regierung - englisch ist in vielen Teilen des Landes die gemeinsame Sprache der vielen Völker. Malaien, Chinesen und Inder bilden die größte Bevölkerungssgruppe neben Thailänder (Siamesen), Burmesen, Ceylonesen, Panthana, Sindhis und Tamils. Die Multivielfalt spiegelt sich wieder in der phantastischen Küche. Besonders Penang ist Zielort für viel Singhalesen, Taiwaner und Japaner die oft wegen dem Essen ein Wochenende auf der Insel verbrinden. Georgetown selbst, das Zentrum der 40km großen Insel ist das "silicon valley" des Ostens.

Sprit kostet hier weniger wie "Evian" in Deutschland ... die Preise wurden zum ersten mal seit 20 Jahren auf 70 Pf/ L angehoben. Doch man muß schon sehr viel fahren und die Zölle für Autos von 300% wiedergutzumachen. So ein mittlerer Benz kostet hier gut eine halbe Million ...DM! Sprit für die Seele (Wein&sonstige Geister) gehört neben Käse (ja Käse!) zu den völlig überteuerten Produkten. Dafür sind die neusten Videofilme für unter 3 DM zu bekommen, eine Rolex liegt preislich nicht wesentlich höher - eine Orginalkopie natürlich. Nun ich werde die nächste Zeit ein paar Prismen mehr polieren müssen. Als kauft schön digitale Projektoren - es können ja mein Prisma sein!!!

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Und die sonne scheint immer noch - jeden Tag um die Gleiche Zeit. Und obwohl das Land täglich auf über 45C erwärmt wird, fehlt einem die Vorfreude auf den Sommer oder Winter. Sogar die Bäume sind hier ewig grün - keine nackten Baumkronen, keine spießenden ersten Blätter. Der Traum vom "ewig schönem Wetter" wird zur Monotonie. Wie eine perfekt aussehende Frau die niemals noch schöner glänzen kann. Doch es gibt viele Schönheiten hier ... die traumhafte Unterwasserwelt, die mann immer wieder anders erlebt. Die völlig fremde Umgebung, die einen fremden "Froschman" ausnahmslos toleriert. Die schönsten Lebensformen (Millionne von Karallenfichen und Korallen... Muränen, Haie, Rochen, Riesenschildkröten und so vieles mehr) presäntiern sich in voller Schönheit und ohne Scheue. Die Strände mit feinstem Sand bedeckt, schattenspendende Palmen und riesige Felsblöcken die Gott wohl persönlich zu Kunstwerken angelegt hat. Auf den Jungelwegen, die die Strände verbinden begegnet man kaum Touristen, die Blicke kreuzen sich aber öfters mit den Augen der Risenwrane. Die Berge bieten herrlich kühle Luft und eine Aussicht auf schienbar grenzlose Teeplantagen. Ganz Malaysia wird mit den saftigen Früchten aus Camron Highlands beliefert. Durian, Mangusteen, Rambutan, Leeche ... aber auch Erdbeeren weren hier gezüchtet. Und natürlich bietet die Gegend auch Wanderwege. Die Hauptstadt dagegen bietet ein wenig Spaß aus der europäischen Schicht. Cafes, Restaurans, Clubs und Pubs pflasten die Gegend um Bangsar. Die Größten shopping malls der Welt haben fast 24 stunden geöffnet. Und natürlich Orginal-Kopien von allem was sich kopieren läßt - und das ist eine ganze Uhren, CDs, Software, Kleidung, Optiken, Kunst ... .

Doch von der größten Schönheit des Landes kann ich wohl in paar Wochen berichten. Nach meinem Aufenthalt auf Borneo und den umliegenden Inseln. Auch die "Wallert"-Inseln werde ich wohl besuchen - nicht weil mich das Risiko reizt, es sollen die schönsten Tauchgebiete der Welt sein und die einzige Hochseeinsel Malaysias mit Korallenriffen, die auf 240 m abfallen.

 

Bin zurück am 9.10. 2001

Lieber Gruß aus Malaysia ... Martin